PhotonikCamp II: Road to Maker Faire, 15. Juni 2013 in Aachen

 Make Light: Das zweite PhotonikCamp in Aachen – Road to Maker Faire

Foto: René vom FabLab Aachen (Media Computing Group) erklärt den Teilnehmern zu Beginn den Ablauf der Veranstaltung

René vom FabLab Aachen erklärte zu Beginn den Ablauf der Veranstaltung. Foto: VDI Technologiezentrum

Knapp 40 Maker aus ganz Deutschland besuchten am 15. Juni in den Räumlichkeiten der Media Computing Group der RWTH Aachen das zweite Make Light PhotonikCamp. Unter dem Motto „Road to Maker Faire“ ging es darum, im Rahmen eines kleinen Wettbewerbs Photonik-DIY-Projekte zu präsentieren. Auf die Gewinner warteten attraktive Direktpreise und Fahrkarten zur Maker Faire am 3. August in Hannover.

Prof. Dr. Jan Borchers von der Media Computing Group der RWTH Aachen, gab den anwesenden Makern zum Auftakt der Veranstaltung in einem lebhaften Vortrag einige nützliche Ratschläge zum Thema Benutzerfreundlichkeit (“Usability for Makers”). Stephan Watterott, der als leidenschaftlicher Maker seit einigen Jahren die Szene mit seinem Internetshop beliefert, stellte sein Unternehmen kurz vor.

Tolle DIY-Projekte und klassische Maker-Momente

Foto: Teilnehmer des PhotonikCamp II stellen ihre Projekte den anderen Makern im Flur der Media Comuting Group am Lehrstuhl für Informatik der RWTH Aachen vor

Die Teilnehmer des PhotonikCamp II  stellten ihre Projekte im Flur der Media Comuting Group am Lehrstuhl für Informatik der RWTH Aachen vor. Foto: VDI Technologiezentrum

Dann ging es ans Eingemachte. Die Maker bauten ihre Projekte im Flur auf, erklärten ihre Ideen und welche technischen Feinheiten dahinter stecken.Der promovierte Physiker und leidenschaftliche Maker Christian Ripperda präsentierte beispielsweise seinen LED– Anzug, den er über die komplette Fläche mit unterschiedlich farbigen LED-Modulreihen bestückt hat.

Mit einem im Ärmel eingebauten Steuermodul lassen sich bequem unterschiedliche Beleuchtungsszenarien einstellen. In einem anderen Modus können die LEDs auch auf Umgebungsgeräusche wie Musik reagieren oder mit anderen gleichartigen LED-Anzügen kommunizieren.Immer wieder kam es auch zu klassischen „Maker-Momenten“ wie etwa bei Florian Sehl, Informatik-Student an der RWTH Aachen, der für seine „LED-Wall“ ein spezielles USB-Kabel benötigte, dessen Kontakte aber irreversibel beschädigt waren. Ein anderer Teilnehmer hörte von Florians Leid und zückte in Bruchteilen von Sekunden das exakt benötigte Kabel hervor. Ausstellungsstück gerettet.

Foto: Roksaneh stellt "Ein Fall für Agent Light" vor

Roksaneh gewann mit Abstand den „Preis der Herzen“ für ihr Projekt „Ein Fall für Agent Light“. Foto: VDI Technologiezentrum

Nach einem leckeren Snack stellten die Teilnehmer im Rahmen des Wettbewerbs insgesamt 16 Photonik-DIY-Projekte in (mehr oder weniger) sechsminütigen Präsentationen vor.

Die Bandbreite reichte dabei von DIY Super8 Film-Digitalisierern („Fab Cine“, René Bohne, FabLab Aachen) über 3D-Drucken mit LEDs („3DPrinting+“, Ole und Wolf Jeschonnek, FabLab Berlin), programmierbaren LED-Minidisplays als Kettenanhänger („Hacklace, Frank Andre, FabLab Ludwigshafen), interaktiven Laserspiel-Projektionen („Laser-Game“, Markus Lenz vom FabLab Aachen) bis hin zu Technik-Workshops mit Kindern für programmierbare LEDs in Kleidungsstücken („Tech Kreativ Workshop – Zauberhafte Kleidung, Sabrina Wilske vom FabLab Bremen).+

In geheimer Wahl konnte jeder PhotonikCamp-Teilnehmer abschließend insgesamt drei Stimmen vergeben: eine Stimme für das innovativste Projekt, eine Stimme für das emotionalste Projekt (Preis der Herzen) und eine Stimme für das das beste Do It Yourself – Projekt (DIY).

Foto: Merlin vor seinem Projekt "Diodenlaser, eine Alternative zu CO2?"

Merlin überzeugte mit seinem Projekt „Diodenlaser, eine Alternative zu CO2?“ und erhielt den „DIY“-Preis. Foto: VDI Technologiezentrum

Alle drei „ersten“ Gewinner der jeweiligen Kategorie (und zwei Ehrenpreise) erhielten Sachpreise aus dem Sortiment von Stephan Watterott, der sichtlich Spaß an den interessanten Projekten hatte.

Siegerin Kategorie „Preis der Herzen“

Deutliche Siegerin war die Lehramtsstudentin Roksaneh Krooß. Sie stellte mit „ Ein Fall für Agent L!ght“ ein spannendes Konzept für eine Kinder-Rallye auf der Maker Faire in Hannover vor.

Bei der Rallye lösen die Kinder, getarnt als Spezial-Agenten, Rätsel in Form von Lichtspielen, um einen Übeltäter auf die Schliche zu kommen, der für den Stromausfall einer ganzen (fiktiven) Stadt verantwortlich ist.

Sieger Kategorie „DIY

Foto: Mario erklärt seine Idee "Linsen auf Flüssigbasis zum Bau von Fernrohren"

Für seine Idee, Linsen auf Flüssigbasis zum Bau von Fernrohren herzustellen, erhielt Mario den „Innovations“-Preis. Foto: VDI Technologiezentrum

Merlin Schaufel, Physik-Student an der RWTH Aachen stellte sein Projekt „Diodenlaser, eine Alternative zu CO2?“ vor.

Sein Ziel ist es, anstelle eines CO2Lasers einen wesentlich kostengünstigeren, robusteren und effizienteren Diodenlaser zu nutzen, der in der FabLab– bzw. Maker-Szene als Werkzeug zum präzisen Schneiden unterschiedlicher Materialien eingesetzt werden kann.

Sieger Kategorie „Innovation“

Mario Parade aus dem FabLab Potsdam überzeugte die versammelte Maker-Community mit seiner Idee, Linsen auf Flüssigbasis mit preiswerten Materialien herzustellen.

Sein Projekt sieht vor, dass FabLabs mit Hilfe eines 3D-Druckers und den Flüssiglinsen alle Teile eines Fernrohrs selber herstellen können.

Ehrenpreise

Foto:  Oberstufenschüler Matthias und Julian stellen ihr Projekt "hControl" vor

Einen Ehrenpreis erhielten Matthias und Julian für ihr Projekt „hControl“. Foto: VDI Technologiezentrum

Einen Ehrenpreis erhielten die beiden Oberstufenschüler Julian Bürner und Matthias Riegler für ihr Projekt „hControl“ (h steht für Hand), einen technisch umgerüsteten Fahrradhandschuh, mit dem man per Geste und schnurlos den Computercursor steuern kann. Dazu nutzen sie die eingebaute Kamera in ihrem Laptop und Datenübertragung per Bluetooth.

Die Positionsdaten der im Handschuh eingebauten Infrarot-LED werden von der Laptop-Kamera erfasst und vom Computer in die Cursorbewegung umgerechnet. Links- und Rechtsklick funktionieren über eingebaute Kontakte an den Fingern. Matthias und Julian sind mit ihrem Projekt aktuelle Sieger des saarländischen Landeswettbewerbs „Jungend forscht“.

Der zweite Ehrenpreis ging an Jan-Niklas Kolhaas für sein Projekt „Intelligente Fahrradbeleuchtung“, der damit ebenfalls bereits bei „Jugend forscht“ erfolgreich war. Im Rahmen seines Projektes hat er LEDs an die Speichen seines Fahrrads gebaut und miteinander verbunden – weiße LEDs im Vorderrad und rote LEDs im Hinterrad.

Foto: Jan-Niklas zeigt seine "LED-Fahrradbeleuchtung"

Der zweite Ehrenpreis ging an Jan-Niklas für seine „LED-Fahrradbeleuchtung“. Foto: VDI Technologiezentrum

Einmal in Rotation versetzt verbinden sich die LEDs zu schwebenden Lichtbögen und sorgen damit für mehr Sichtbarkeit und Sicherheit. Wenn das Fahrrad hinfällt, blinken die LEDs in einem Warnmodus. Zudem lassen sich verschiedene Farbmuster einstellen oder die Helligkeit regeln. Der nächste Schritt: per Handy-App sollen die LEDs ansteuerbar werden.

Wir sehen uns am 3. August auf der Maker Faire

Beinahe pünktlich, irgendwann nach 18:00 Uhr, war das Camp dann vorbei. Doch man sieht sich schon bald wieder: Die meisten Projekte kommen an den Make Light-Stand am 3. August auf die Maker Faire Hannover. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, vorbei zu kommen und in die leuchtende Szene der Photonik-Maker einzutauchen.

Fotogalererie

Das „PhotonikCamp II: Road to Maker Faire“ wurde von Make Light, der Hightech-DIY-Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) für die Photonik, veranstaltet. Gastgeber war das FabLab Aachen (Media Computing Group).