Transfering light into things

Zweiter Make Light-Workshop am 30. Januar 2013 in Oldenburg
Berufsschüler bauen 3DLaserscanner

Transfering light into things: Am 30. Januar 2013 fand in der Berufsfachschule Informatik am Bildungszentrum Technik und Gestaltung in Oldenburg ein 3DLaserscanner-Workshop statt. 14 Berufsschüler bauten in Teams unter Anleitung von Berufsschullehrer Ingo Schinz und Mitschüler Tarek ihre eigenen FabScans.

Ingo Schinz hatte im September 2012 auf dem ersten Photonik-Maker-Treffen in Deutschland (Make Light “ in Aachen), sein Konzept, 3DLaserscanner mit Berufsschülern selber zu bauen, im Rahmen eines Wettbewerbs vorgestellt. Die versammelte Maker-Community hatte sein Konzept mit dem Zukunftspreis ausgezeichnet, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 1.500 Euro dotiert worden war.

Pünktlich um acht Uhr morgens ging der Workshop an der Berufsfachschule in Oldenburg los. Nach einer kleinen Einweisung von Ingo Schinz wurden die vielen Teile für die FabScans von Tarek an seine Mitschüler verteilt. Den Bauplan für das kostenlos und frei verfügbare „Open-Source-Projekt“ gibt es im Internet bei der „Media Computing Group“, dem FabLab an der RWTH Aachen. Der FabScan ist dort ursprünglich aus einer Bachelorarbeit hervor gegangen.

Die Teile für die hölzernen Körper der FabScans wurden im „Main Frame“, dem nur wenige Hundert Meter entfernten Hackspace in Oldenburg ausgelasert. Der Hackspace ist Mitglied im Verein „Kreativität trifft Technik“, hat also nichts mit „Hacken“ zu tun und gleicht von der Grundidee her eher den – oft an Hochschulen entstehenden – FabLabs. Ingo und Tarek sind beide Mitglieder im Hackspace, in dem jeder der möchte seine eigenen (Technik-)Projekte verwirklichen kann. Tarek hat dort schon viele Dinge selbst hergestellt, neben dem 3DLaserscanner beispielsweise auch schon einen 3D-Drucker und einen programmierbaren LED-Würfel mit insgesamt 512 LEDs.

Auf die Frage, wie viel Zeit er im Hackspace verbringt, fängt Tarek an zu grinsen. Er ist fast jede freie Minute dort. „Wenn ich ein Projekt unbedingt fertig bekommen möchte, kommt es schon mal vor, dass ich über die ganze Nacht bis zum Morgen im Hackspace bleibe“. Und so macht es ihm viel Spaß, seinen Mitschülern bei dem Zusammenbau ihres ersten Hackspace-Projekts zu helfen.

Technische Herzstücke des FabScans sind eine Laserdiode, die alle möglichen Stücke bis zu einer bestimmten Größe scannt, ein Motor, der das zu scannende Stück langsam dreht und eine kleine Kamera, die die visuellen Daten an ein Computerprogramm überträgt. Die Laserdiode und der Motor können über das Internet oder einen Elektronikmarkt bezogen werden. Für die Kamera wird von den Berufsschülern einfach die Platine aus einer Webcam ausgebaut.

Gegen 13 Uhr stehen sechs nigelnagelneue FabScans nebeneinander. Angelina, eine von zwei jungen Frauen in der Klasse, macht gerade einen Funktionstest. Die kleine Plattform auf der die Stücke gescannt werden dreht sich, der Laser funktioniert ebenso wie die Kamera, die Daten werden per USB an einen angeschlossenen Laptop transportiert – alles klappt reibungslos. „Ich finde es toll, es hat mir viel Spaß gemacht!“ Jetzt ist sie neugierig geworden und würde gerne sehen, was der 3D-Scanner alles so kann, beispielsweise wenn noch zusätzlich ein 3D-Drucker angeschlossen ist.

Ingo Schinz und Tarek sind ebenfalls zufrieden. Doch für sie ist das Projekt hiermit nicht beendet. Die sechs neuen 3DLaserscanner können von den Schülern für Zuhause ausgeliehen werden, langfristig sollen diese dann aber an FabLabs in ganz Deutschland gehen. „Die Genauigkeit der FabScans ist akzeptabel, aber nicht gut. Die Maker-Szene soll die Qualität noch deutlich verbessern“, erzählt Ingo Schinz und fügt erklärend hinzu „Von dem Preisgeld des BMBF stellen wir also die Hardware zur Verfügung, die dann von der Maker-Szene weiterentwickelt wird“.

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