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Klimadaten von der Nordsee bis zur Zugspitze

Teilaufnahme der verwendeten Platinen

Bürger-Projekt „SenseBox“ vom Institut für Geoinformatik der Universität Münster erhält BMBF-Förderung von knapp einer Million Euro.

Westfälische Wilhelms-Universität Münster / Institut für Geoinformatik ifgi

Balkon mit Messgeäten im Vordergrund, Berge im Hintergrund

: Seit Juli 2015 sendet die senseBox ihre Daten auch aus 2666 Metern Höhe auf der Zugspitze vom Messbalkon der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus. Bild: T. Rehm

Mehr als 100 der kleinen grünen Boxen sind bereits im Einsatz: ob in Hamburg, im niederländischen Zwolle oder sogar auf der Zugspitze  – die „SenseBox“ hat ihre Heimatstadt Münster längst hinter sich gelassen. Der von münsterschen Geoinformatikern entwickelte Bausatz für stationäre und mobile Sensoren wird vielerorts von Laien genutzt, um Klimadaten zu messen – und es sollen bald noch deutlich mehr Messstationen werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt nun für drei Jahre mit 960.000 Euro. Koordinatorin ist Prof. Dr. Angela Schwering vom Institut für Geoinformatik der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU).

Neben Privathaushalten nutzen besonders auch Schülerlabore und Museen die Boxen. „Uns liegt es am Herzen, dass Bürger durch sogenannte Citizen-Science-Projekte an der Wissenschaft teilhaben können, also selbst messen und auch eigene Fragen stellen“, sagt Thomas Bartoschek, der das Projekt gemeinsam mit Angela Schwering leitet. „Dafür ist die ‚SenseBox‘, die es auch in einer Version für Schulklassen gibt, genau richtig.“ Mit wenig Aufwand kann jeder aus dem Bausatz eine eigene Messstation aufbauen. Tüftler können auch eigene Sensoren hinzufügen und neue Software zur Datenverarbeitung entwickeln. Die Daten aller Messstationen stehen der Öffentlichkeit im Internet zur Verfügung, die Standorte sind dort auf einer Landkarte sichtbar.

Sieben Personen mit der SenseBox in der Hand

Das SenseBox-Team vom Institut für Geoinformatik ifgi im Mai 2015. Bild: VDI Technologiezentrum GmbH

Die „SenseBoxen“ messen unter anderem Umweltdaten über Licht, Klima, Verkehrsaufkommen und Lärmbelästigung. In dem vom BMBF geförderten Projekt wollen die Forscher nun weitere Sensoren entwickeln: zur Messung des Grads der Wolkenbedeckung und zur Überprüfung der Wasser- und Luftqualität. „Die ‚SenseBox‘ hat das Potenzial, flächendeckend Klimadaten zu sammeln. Das können professionelle Wetterstationen nicht leisten, dafür gibt es zu wenige. Gerade im Bereich der Luftqualitätsmessung wäre es aber sehr interessant, Daten von möglichst vielen Orten zu bekommen“, unterstreicht Angela Schwering. Die geplanten neuen Sensoren eint eine Eigenschaft: Sie alle messen mit einer Technik, die auf Licht basiert – also mit Photonik.

Die Forscher sehen auch noch Verbesserungsbedarf bei der „SenseBox“. Zum Beispiel liefern manche der Boxen unbrauchbare Daten, weil sie an einem zur Messung ungeeigneten Ort aufgestellt wurden. „Das müssen wir berücksichtigen und die Qualität der Daten richtig bewerten, damit wir sie wissenschaftlich nutzen können“, so Thomas Bartoschek. Unter anderem vergleichen die Geoinformatiker daher die Messdaten in Langzeittests mit den Daten, die professionelle Wetterstationen liefern. In den kommenden drei Jahren wollen sie zudem statistische Methoden entwickeln, um die Datenauswertung zu optimieren.

Die Förderung des Projekts „SenseBox – Photonik und OpenSenseMap: Citizen Science für photonische Sensordaten“ durch das BMBF im Rahmen der Initiative „Open Photonik“ ist Teil des Förderprogramms „Photonik Forschung Deutschland“. Sie ist für die münsterschen Geoinformatiker zwar der bislang größte Erfolg, aber nicht der einzige. Unter anderem war die „SenseBox“ im Dezember 2015 zum Siegerprojekt des Wettbewerbs „Bürger schaffen die Zukunftsstadt“ gekürt worden. Erst vor kurzem wurde zudem bekannt, dass das Projekt zu den Gewinnern des „CodeWeekAward“ 2016 gehört.

Weitere Informationen

Download Steckbrief BMBF-Projekt senseBox (PDF)

senseBox-Webseite
Die senseBox auf Photonik-Campus

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